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Wussten Sie, dass in Burundi nur Bourbon-Kaffee angebaut werden darf? Aus Qualitätsgründen ist das eine von der Regierung beschlossene Sache. Welche Rolle Belgien dabei spielt und was das „Land der 1.000 Hügel“ sonst noch auszeichnet, erfahren Sie hier.

Wie ein riesengroßer hügeliger Teppich ziehen sich Gebirgsketten durch das ganze Land. Ihre grasgrünen Hänge bieten Elefanten und Büffeln eine Heimat – und auch Kaffeesträuchern, die erstklassige Bourbon-Kaffeebohnen tragen. Dass dort nur Bourbon-Kaffee wächst, hat wahrscheinlich seinen Ursprung in der Kolonialisierung Burundis durch Belgien Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Belgier erkannten Burundis Potenzial als Kaffeeland und verpflichteten kurzerhand jeden Bauer, Kaffee anzubauen. Um gute Qualität zu erzielen, wurden im ganzen Land Aufbereitungsanlagen geschaffen, die sogenannten SOGESTAL (Sociétés de Gestion des Stations de Lavage), und wohl auch beschlossen, dass allein Bourbon-Kaffee anzubauen ist. Daher kommt es, dass auch heute noch fast jeder Bauer auch nach der Unabhängigkeitserklärung 1962 Kaffee anbaut. Es sind kleinbäuerliche Betriebe mit rund 250 Kaffeesträuchern. Ihre jährliche Ernte beträgt zwischen 200 bis 300 kg.

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Die lange Tradition des Kaffeeanbaus bringt mit sich, dass der Baumbestand vieler Kleinbauern über 50 Jahre alt ist. Die Qualität der Kirschen ist immer noch sehr gut, der Ertrag jedoch sinkt mit der Zeit. Gerade für kleine Betriebe ist eine Rundumerneuerung des Bestandes nicht so einfach, eine neue Kaffeepflanze trägt erst nach drei bis vier Jahren die ersten Kaffeekirschen. Eine Erneuerung ist also nur nach und nach machbar. Es gibt Organisationen, die die Bauern dabei unterstützen wie z.B. das Institut des Sciences Agronomiques du Burundi, das den Bauern neue Setzlinge zu niedrigen Preisen zur Verfügung stellt.

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Warum wir Kaffee aus Burundi so schätzen? Kaffeekenner weltweit haben die Bohnen aus dem Land, das lange unter Bürgerkriegen zu leiden hatte, als Spezalitätenkaffee anerkannt. Nach etwa 15 Jahren, in denen sich Burundi als Kaffeeland gemacht hat, werden Kaffees von dort sogar als „heimliche Champions” Ostafrikas gehandelt. Wegen ihrer vergleichbaren geographischen Herkunft und dem entsprechend ähnlichen Tassenprofil werden Kaffees aus Burundi oft mit jenen aus Ruanda verglichen: das Merkmal ist ihre fruchtige Komplexität und ein besonders samtiger Körper.