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Kaffee hat eine besondere Fähigkeit: er verbindet Menschen. Kein anderes Getränk kann das so gut. Kaffee hat etwas Entspannendes, Einladendes, Menschen dringen zueinander durch und fühlen sich miteinander verbunden, egal woher sie kommen. Nirgendwo anders erleben wir das so deutlich wie bei uns. Mit unseren Gästen im Kaffeehaus, die sich gerne in ein Gespräch verwickeln lassen. Vor allem aber in unserem Betrieb. Kaffee verbindet hier ganze Nationalitäten. Neben einem Thomas Zimmermann arbeitet eine Rocio Ricardo-Dominguez, neben einem Thorsten Konrad ein Lord Gardiner Smith. Heute wollen wir Ihnen diese Menschen vorstellen, die zu uns nach Deutschland gefunden haben und unsere Kaffee-Familie bereichern und so wunderbar vielfältig machen.

Gardiner - Kaffee verbindet

Lord Gardiner Smith, „Gardiner“

Ein Bekannter besuchte regelmäßig Thomas Eckel im Kaffeehaus. Eines Tages hatte er jemanden dabei: Lord Gardiner Smith. Der Hawaiianer hatte da gerade erst nach Deutschland gefunden – und bis dahin noch nie Kaffee getrunken. Trotzdem: Thomas Eckel entdeckte sofort etwas in Gardiner. Er setzte ihm einige Tassen Kaffee vor zum Verkosten. Mit seinem Gefühl lag er richtig, denn Gardiner konnte den Geschmack punktgenau beschreiben. Heute ist er neben Thorsten Konrad einer unserer Röster und glücklich über diese Zufallsbegegnung. „Kaffee ist etwas so Wunderbares! Dieser wachsende Prozess, in dem die Bohne zu etwas Großartigem wird, das ist einzigartig!“ Wenn aus der Verpackungshalle ein Lachen zu uns in die Büroräume dringt, ahnen wir, dass Gardiner mit seinem lächelnden Blitzen in den Augen sicher wieder einen Witz auf den Lippen hatte.

Szandi 1 - Kaffee verbindet

Alexandra Buknicz, „Szandi“

Wenn Szandi Kaffee für uns macht, freuen wir uns immer auf eine besonders schöne Tasse. Die junge Ungarin ist unsere Latte Art-Expertin. Dass sie heute Leiterin des Kaffeehauses ist, damit hatte sie vor drei Jahren sicher nicht gerechnet. Damals wollte sie raus aus Ungarn, um wo anders zu arbeiten und eine Sprache zu lernen. Erst hatte sie an London gedacht. Über Freunde kam sie jedoch direkt in unsere Rösterei. Szandi rutschte schnell in die Sprache hinein, lernte das Barista-Handwerk bei uns von der Pike auf und erfindet heute für uns laufend umwerfende Kaffee-Rezepte. „Latte Art liebe ich einfach, das macht mir Spaß, besonders auch, weil ich mich hier wohlfühle. Hier arbeiten viele Nationalitäten gut zusammen, das finde ich sehr schön.“ Szandi ist einer unserer Ruhepole. Wenn sie mit ihrer ausgeglichenen Art ihre Arbeit an den Kaffeemühlen in ruhiger Routine beginnt, hat das eine entspannende Wirkung auf uns.

Dawit und Mulue - Kaffee verbindet

Mulue Yemane & Dawit Yosief, „Mulue & Dawit”

Mulues und Dawits Weg zu uns war beschwerlich. Beide kommen aus Eritrea. Politische Unruhen und kriegerische Auseinandersetzungen sind dort an der Tagesordnung. „Für junge Menschen gibt es dort keine Perspektive, um was zu lernen, für Männer ist die einzige Möglichkeit das Militär. Eine Zukunft im Terror wollten wir nicht“, sagen beide. Also verließen sie als Jugendliche ihre Familien auf der Suche nach einer Zukunft. Hunderte Kilometer legten sie zu Fuß zurück oder zusammengepfercht mit anderen in Lastwägen ohne Wasser oder zu essen und sahen bei der Hitze Menschen sterben. Als sie in Deutschland angekommen waren, begegneten sie sich in Peißenberg und landeten durch einen Zufall beide bei uns in der Rösterei. Täglich stehen sie zusammen an der Verpackungsmaschine und kümmern sich darum, dass alles gut verschlossen und richtig etikettiert ist. „Es ist eine gute Arbeit hier, geregelt und sicher, wir fühlen uns gut, auch weil es mit allen anderen zusammen gut klappt“, sagen sie. Dawit und Mulue sind so etwas wie unsere zwei Gentlemen. Sie sind hilfsbereit, bescheiden, wollen niemandem Umstände bereiten und haben für jeden ein Lächeln übrig.

Chio - Kaffee verbindet

Rocio Ricardo-Dominguez, “Chio”

Noch nie hatte Chio Angst vor dem Sprung ins fremde Wasser. Deshalb waren die wenigen Brocken Deutsch, die sie konnte, kein Hindernis ihren Traum von Europa wahrzumachen. Als Aupair-Mädchen kam sie vor 13 Jahren aus Ecuador nach Bayern. Dort lernte sie ihren Mann kennen und gründete eine kleine Familie. Die erste Begegnung mit Thomas Eckel war an einem heißen Sommertag. Chio sollte Kaffee für jemanden abholen und erinnert sich noch genau, wie sie und ihre Kinder durstig im Kaffeehaus standen. „Thomas kam mit einem Lächeln vom Büro herunter und hat uns sofort ein Wasser hingestellt“, erzählt sie. Einen Monat später saßen sich beide in einem Bewerbungsgespräch gegenüber. Chio hatte bis dahin noch nie etwas am Hut mit Kaffee. Das hat sich dramatisch geändert. „In mir hatte eine große Kaffeeliebe geschlafen, Thomas muss gespürt haben, dass es sie gab und er sie nur zu wecken brauchte“, sagt sie. Heute ist Chio eine großartige Barista, hilft im Versand mit und ist Teil im Verkostungsteam. „Kaffee bereichert mein Leben! Das Schöne ist, dass ich das mit Menschen teilen kann, die so freundlich sind und sich über die Arbeit hinaus umeinander kümmern wollen.“ In Chios Adern pulsiert waschechtes Latino-Temperament. Sie versprüht pure Lebensfreude, steckt uns alle an mit ihrem warmen, herzlichen Lachen und versorgt uns immer wieder mit fantastischem Essen.