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Kaffee-Begriffe, von denen Sie gehört haben sollten

Man muss kein ausgewiesener Kenner sein, um sich zu den Genießern eines guten Kaffees zu zählen. Von der Aufbereitung bis zur Zubereitung, es ist ein aufwendiger Prozess, den das „braune Gold“ durchläuft. Und immer mehr Enthusiasten sind nicht nur auf der Suche nach ihrem perfekten Kaffee, sondern auch nach Wissen rund um die Bohne. Geschmacksgeheimnisse und „Barista-Vokabeln“ – wir haben für unsere Kaffeefreunde eine kleine Auswahl zusammengestellt:

Was ist der Mahlgrad?

Als Schlüsselfaktor bei der Kaffeezubereitung und für den finalen Geschmackseindruck gilt ohne Zweifel der Mahlgrad. Mit der richtigen Mahleinstellung kann das Aroma zwischen fadem oder aufdringlichem Geschmack bzw. saurer oder bitterer Note ausbalanciert werden. Während der Kaffee bei zu feiner Körnung eher bitter schmeckt, sorgt eine zu grobe Körnung für beinahe wässrige Resultate. Man spricht in diesem Fall von einer Über- bzw. Unterextraktion. Wobei sich Extraktion hierbei auf das Herauslösen der Inhaltsstoffe aus dem Kaffee beim Aufbrühen bezieht. Durch die unterschiedlichen Zubereitungs- bzw. Ziehzeiten ergeben sich folglich abweichende Kontaktzeiten zwischen Kaffeemehl und Wasser.

Die Einstellung des richtigen Mahlgrads ist demnach auch abhängig von der jeweiligen Zubereitungsform. So erreicht die „French Press“ mit mittelgrob gemahlenen Kaffee beste Resultate, während der Espresso mit einem Siebträger und feinem bis mittelfeinem Mahlgrad sein bestes Aroma entfaltet. Bei den sogenannten „Drip-Filter” Methoden wie Chemex und Hario V60 hingegen ist eine mittlere Körnung wohl der „perfekte“ Mahlgrad. Allerdings wird dieser auch stets vom subjektiven Geschmacksempfinden eines jeden Genießers „justiert“.

Was ist ein Lungo?

Wird ein Espresso bei gleicher Kaffeemenge mit der doppelten Wassermenge zubereitet, spricht man von einem „Caffè lungo“. Ein Lungo (das italienische Wort für „lang“) ist also ein verlängerter bzw. gestreckter Espresso.

Hintergrund dieser Espresso-Variation ist die im Vergleich zur herkömmlichen Variante abweichende Geschmacksnote. So ist der Lungo zwar nicht so intensiv wie ein Espresso, dafür aber bitterer. Grund dafür ist die der Wassermenge geschuldete doppelte Extraktionszeit, welche zusätzliche Aromen freigesetzt. Gegenstück des Lungos ist der sogenannte Ristretto. Dieser verkürzte bzw. schmale Espresso wird mit der halben Wassermenge zubereitet, was ein stärkeres und gehaltvolleres Aroma zur Folge hat.

Was ist ein Mokka?

Kaum ein Begriff der Kaffeewelt offenbart derart viele Bedeutungsebenen wie das Wort Mokka. Zurückzuführen ist der Begriff auf die gleichnamige jemenitische Stadt (ursprünglich „al-Muchā“), dem ehemals blühenden Ausfuhrhafen für den „Coffea arabica“ (Arabica-Kaffee). Mokka steht also auch für jene, vorrangig aus Jemen und Äthiopien stammende, Kaffeevarietät. Charakteristisch für diese sind ein voller Körper sowie kräftige Ka¬kao¬no¬ten, wobei die Bohnen im Vergleich zum Espresso in der Regel auch kräftiger geröstet sind.

Darüber hinaus steht der Begriff Mokka für die traditionelle Zubereitungsart des „Türkisch-Arabischen Kaffees“, dem wohl ältesten Zubereitungsverfahren überhaupt. Dabei wird staubfein gemahlener Kaffee – Stichwort Mahlgrad – in einer offenen Stielkanne (Ibrik oder auch Cezve genannt) mit Wasser aufgegossen und aufgekocht. Anschließen wird dieser mitsamt Kaffeesatz eingeschenkt. Während der arabische Mokka in der Regel mit Gewürzen wie Kardamom, Zimt oder Nelken angereichert ist und ungesüßt serviert wird, trinkt man den türkischen Mokka ausnahmslos gesüßt. Auch auf dem Balkan erfreut sich der Mokka größter Beliebtheit.

Die Türkische Kaffeekultur und -tradition mitsamt der charakteristischen Zubereitungsart des Mokkas gehört seit 2013 sogar zum Unesco-Weltkulturerbe.

Was ist ein Kaffee-Sommelier?

Der Begriff Sommelier dürfte in erster Linie Assoziationen zum Wein hervorrufen. Doch auch in der Welt des Kaffees ist diese Bezeichnung ein echtes Qualitätsmerkmal. Angefangen bei den Charakteristika verschiedener Anbaugebiete, über perfektionierte Röst- und Zubereitungsprozesse, bis hin zum stichhaltigen Artikulieren der Aromavielfalt – der Kaffee-Sommelier ist ein wahrer Virtuose.

Kaffee beschäftigt nicht nur die Wissenschaft, sondern ist eine Wissenschaft für sich – und der Sommelier ist gewissermaßen Professor auf diesem Gebiet. Oder besser noch: Genussbotschafter mit unvergleichlicher Expertise.