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Mit den beiden letzten Sommern ist es auch bei uns ganz greifbar geworden: der Klimawandel ist nichts, was wo anders passiert. Er ist da, überall auf der Erde. Wir denken, damit stehen wir vor einer der größten Herausforderungen, das Ruder können wir nur gemeinsam herumreißen. Um den CO2 Ausstoß zu reduzieren, braucht es dringend die Initiative der Regierungen. Doch ein Pariser Klimaabkommen allein reicht nicht. Es hängt ganz wesentlich vom freiwilligen und konsequenten Handeln der Wirtschaft in Industrieländern ab. Deshalb wollen wir Verantwortung übernehmen und klimaneutral sein.

Wie wurde das ermittelt?

Dazu haben wir die Treibhausgasemissionen durch unser Unternehmen einerseits und durch unsere Kaffeeprodukte andererseits erfassen lassen durch die Fokus Zukunft GmbH. Dazu zählen Dinge wie der CO2 Ausstoß durch Heizung, Strom, Müll, Lieferwege etc. Insgesamt produziert unsere Firma pro Jahr rund 90 Tonnen CO2, mit unseren Kaffees fallen 1.097 Tonnen an. Zum Vergleich: laut Bundesumweltministerium verursacht ein Deutscher im Durchschnitt pro Jahr in etwa 9 Tonnen CO2 durch seine Lebensführung. Diesen Ausstoß haben wir ausgeglichen durch insgesamt 1.277 Klimaschutzzertifikate für 2019/20. Damit dürfen wir uns als „klimaneutral“ bezeichnen.  

Was ist der Nutzen dieser Zertifikate?

Treibhausgase haben keine nationale Flagge, es ist egal, wo auf der Welt sie entstehen: sie verteilen sich annähernd gleichmäßig in der Atmosphäre. In der Bilanz kann daher CO2 an jedem beliebigen Ort eingespart werden. Im Kyoto-Protokoll wurde darum festgelegt, dass Klimaschutzprojekte, die Treibhausgasemissionen vermeiden oder speichern, dort stattfinden sollen, wo sie am wirtschaftlichsten sind. Deshalb gibt es viele Projekte gerade in Schwellen- und Entwicklungsländern, weil hier das Potenzial der Einsparungen durch neue Technologien noch sehr hoch ist und diese wesentlich kostengünstiger eingesetzt werden können. Zudem trägt der Emissionshandel dazu bei, dass in diesen Ländern von vorneherein saubere Technologien Fuß fassen und sie auf den Weg einer nachhaltigen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Entwicklung bringen. Die Initiatoren der Klimaschutzprojekte – überwiegend erneuerbare Energie-Projekte – erhalten für ihr Engagement Emissionsgutschriften, die in Form von Klimaschutzzertifikaten gehandelt werden können.

Mit unseren Zertifikaten unterstützen wir ein Windkraftwerk in Indien, ein Aufforstungsprojekt in Panama, ein Wasserkraftprojekt in Guatemala und ein Kochofen-Projekt in Ruanda.

wir sind klimaneutral e1611652885597 - Perfektes Rezept: Affogato


Warum wir das tun?

Schon vor Greta Thunberg hat sich Costa Rica Gedanken gemacht über eine ressourcenschonende Wirtschaft. Gerade deshalb bin ich stolz, Kaffees aus diesem Land anzubieten. Es schreibt Klimaschutz mit den denkbar größten Lettern: Costa Rica will bis 2021 klimaneutral sein! Die Kaffeebauern spielen eine große Rolle dabei, da Kaffee das wichtigste Exportgut des Landes ist. 6.000 Kaffeebauern und Beschäftigte in der Kaffeeverarbeitung werden dabei unterstützt, klimafreundliche Anbau- und Verarbeitungsmethoden einzuführen und anzuwenden. Dieses Mammut-Projekt wird übrigens unterstützt von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH und vom Bundesumweltministerium.

Es geht auch im kleinen Maßstab…

Costa Rica ist ein leuchtendes Vorbild für andere Länder. Doch es geht auch kleiner. Vielleicht kennen Sie dieses Sprichwort: „Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen.“ Ich denke, es trifft den Nagel auf den Kopf. Der Klimawandel ist eine enorme Herausforderung an uns alle. Wer glaubt, er könne nichts bewirken, macht sich kleiner als er ist. Es geht darum, eine Kette positiver Effekte zu erzielen und andere auf den Weg mitzunehmen. Wenn ein Unternehmen daran arbeitet klimaneutral zu sein, hat das auch eine positive Wirkung auf Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden, es kann Einstellungen und den Umgang mit Energie und anderen Ressourcen im Alltag ändern. Vor allem hier gilt: die kleinen Steine machen den Berg. Durch unser Recyclingsystem für leichte Verpackungen z.B. haben wir 2018 knapp 75 Tonnen Material und zusätzlich über 11 Tonnen Treibhausgase eingespart.

Es ist also nicht schwierig, etwas zu tun, denn es gibt so viele Wege, auf denen wir alle etwas bewegen können.