Klimastrategie in der Kaffeekette

Von der Plantage bis zur Tasse Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Kaffee verbindet Menschen, Regionen und Kulturen auf der ganzen Welt. Seine Reise beginnt im Ursprung und endet in der Tasse. Auf diesem Weg entstehen Wirkung, Verantwortung und Räume für bewusste Entscheidungen. Genau hier setzt eine ganzheitliche Klimastrategie an. 

Nachhaltiger Kaffee ist das Ergebnis bewusster Entscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Von der landwirtschaftlichen Produktion über Transport, Röstun

g und Verpackung bis hin zur Nutzung durch unsere Kundinnen und Kunden entfaltet sich ein Zusammenspiel aus Qualität, Ressourcenverbrauch und Klimawirkung, das in seiner Gesamtheit betrachtet wird. 

Unsere Klimastrategie folgt dem Prinzip der Transparenz. Sie macht sichtbar, wo Wirkung entsteht, welche Maßnahmen bereits umgesetzt sind und welche Entwicklungsschritte vor uns liegen. Grundlage dieses Ansatzes ist die Lebenszyklusanalyse, auch

 Life Cycle Assessment genannt. Sie betrachtet die Umweltauswirkungen eines Produktes systematisch über alle relevanten Phasen hinweg und ermöglicht eine sachliche Einordnung der Klimawirkung von Kaffee. 

1. Anbau

Wo die Klimawirkung ihren Ursprung hat 

Der Anbau bildet den Beginn jeder Kaffeereise. Hier entstehen Qualität, Charakter und ein wesentlicher Teil der Umweltwirkung, die Kaffee über seinen gesamten Lebenszyklus begleitet. 

Santa Elena Costa Rica Lumzer Langjaehrige Partnerschaft - Unsere Klimastrategie 

Wirkung entsteht im Ursprung durch Bodenbewirtschaftung, Wasserverfügbarkeit, Düngemitteleinsatz und lokale Energiequellen. Auch die Aufbereitung der Kaffeekirschen prägt die Klimawirkung, etwa durch den Umgang mit Wasser, Fermentation und Recyclingprozesse. 

Wir setzen auf langfristige Partnerschaften mit Kaffeefarmen und pflegen direkte Handelsbeziehungen. Transparenz, faire Arbeitsbedingungen und ökologisch orientierte Anbaumethoden stehen im Mittelpunkt dieser Zusammenarbeit. Ein Teil unserer Kaffees trägt eine Bio-Zertifizierung, weitere werden nach vergleichbaren ökologischen Standards angebaut. Entscheidend ist für uns der reale Beitrag vor Ort. 

Ergänzend begleiten wir konkrete Projekte auf ausgewählten Farmen, unter anderem in Peru und Costa Rica. Dort unterstützen wir Photovoltaikanlagen, Wasseraufbereitung, ressourcenschonende Kochstellen und Bildungsangebote. Diese Initiativen stärken lokale Strukturen und fördern langfristige Resilienz gegenüber klimatischen Veränderungen. 

2. Transport

Verantwortung auf dem Weg zur Rösterei 

Der Transport verbindet Ursprung und Rösterei und bildet eine zentrale Schnittstelle innerhalb der Kaffeekette. Hier entscheidet sich, wie effizient und verantwortungsvoll globale Wege gestaltet werden. 

Wirkung entsteht durch die Wahl der Verkehrsmittel, durch Distanzen und durch eingesetzte Energieträger. Spezialitätenkaffee legt weite Strecken zurück, überwiegend per Schiff und Lastkraftwagen, ergänzt durch neue Transportkonzepte. 

Seit 2025 integrieren wir Rohkaffeelieferungen per Windkraftschiff als festen Bestandteil unseres Sortiments. Mit Coffee by Sail bieten wir gezielt Kaffees an, die per Segelschiff transportiert werden. Dieses Angebot konnte bereits erfolgreich umgesetzt werden. Auch im Versand setzen wir auf verantwortungsvolle Partnerschaften mit integrierten Klimaschutzprogrammen. Im Gewerbekundenbereich arbeiten wir mit Logistikpartnern, die ihre Flotten kontinuierlich weiterentwickeln. 

Ab 2026 planen wir zusätzlich

 erste Langstrecken mit elektrisch betriebenen Lastkraftwagen. Diese Schritte markieren den Beginn einer strukturellen Weiterentwicklung unserer Logistik. Ergänzend wäch

st der Anteil der Kundinnen und Kunden, die ihren Kaffee direkt bei uns vor Ort abholen und damit Transportwege verkürzen.

E-Auto-Sven-Nachtigall-Vertrieb

3. Röstung
Energieeffizienz und technologische Entwicklung 

Die Röstung verleiht dem Kaffee seinen Charakter und ist zugleich ein energieintensiver Abschnitt der Wertschöpfungskette. Hier entsteht Wirkung vor allem durch Energieeinsatz und technische Ausstattung. 

Roesten 0511 - Unsere Klimastrategie

Wirkung entsteht durch die eingesetzte Energiequelle, durch die Effizienz der Rösttechnik und durch die Organisation der Produktionsabläufe. 

Seit 2020 erzeugen wir an unseren Standorten in Obersöchering und Murnau Solarstrom über eigene Photovoltaikanlagen. Ein Großteil der benötigten Energie wird direkt vor Ort genutzt, ein weiterer Teil fließt in das öffentliche Netz. Die beim Rösten entstehende Wärme wird zur Beheizung des gesamten Betriebsgebäudes eingesetzt. 

Ein wichtiger Meilenstein war die Einführung unseres neuen Rösters im Jahr 2020. Durch moderne Technik und optimierte Prozesse konnten die Emissionen im Röstbetrieb um rund 80 Prozent reduziert werden. Ergänzend optimieren wir unsere Abläufe kontinuierlich und setzen Maschinen bedarfsgerecht ein. 

Langfristig verfolgen wir das Ziel einer CO₂e-neutralen Rösterei bis 2040. Dieses Ziel verbindet technologische Weiterentwicklung mit eigener Energieerzeugung und einer konsequenten Effizienzstrategie.

Photovoltaik-Röstereidach-Oebersöchering

4. Verpackung
Schutz für das Aroma und Verantwortung für Ressourcen

Verpackung schützt die Qualität des Kaffees auf seinem Weg zu unseren Kundinnen und Kunden. Gleichzeitig beeinflusst sie den Ressourceneinsatz entlang der Kaffeekette. 

Wirkung entsteht durch Materialwahl, Materialeinsatz und die Möglichkeiten zur Wiederverwertung. Verpackung vereint Aromaschutz, Transportsicherheit und ökologische Verantwortung. 

In den vergangenen Jahren haben wir unsere Kaffeetüten mehrfach weiterentwickelt. Materialeinsatz und Schichtdicken wurden reduziert, ohne die Schutzfunktion zu beeinträchtigen. Parallel arbeiten wir an Lösungen, die Recyclingfähigkeit und Praxistauglichkeit verbinden. 

Unser Ziel ist eine vollständig recycelbare Kaffeetüte bis spätestens 2030. Diese soll aus Monomaterial bestehen und unter realen Bedingungen in Deutschland verwertbar sein. Ergänzend setzen wir auf Mehrwegsysteme. Seit 2019 kommen Mehrwegeimer in der Gastronomie und im Bürobereich zum Einsatz. Dadurch konnten bereits rund 750 Kilogramm Verpackungsmaterial eingespart werden. Bis 2030 sollen weitere 2000 Kilogramm hinzukommen. Lose Abfüllungen im Kaffeehaus fördern zusätzlich bewussten Konsum. 

5. Vertrieb
Der letzte Weg vor der Tasse 

Der Vertrieb verbindet die Rösterei mit dem Alltag unserer Kundinnen und Kunden. An dieser Stelle wird Klimastrategie sichtbar und erlebbar. 

Wirkung entsteht durch Transportwege, Fahrzeugflotten und Logistikentscheidungen auf der letzten Etappe vor dem Konsum. 

Beim Versand achten wir auf CO₂-reduzierte Transportlösungen und effizient gestaltete Wege. Im eigenen Vertrieb setzen wir auf elektrisch betriebene Fahrzeuge. Im Paketversand nutzen wir Programme wie DHL GoGreen, die klimabewusste Logistiklösungen fördern. 

Versand-mit-DHL-Go-Green

Ergänzend spielt die direkte Abholung im Kaffeehaus eine wichtige Rolle. Sie verkürzt Transportwege, stärkt die Verbindung zur Rösterei und macht nachhaltigen Konsum im Alltag erfahrbar. Jeder bewusst gewählte Weg fügt sich in die Gesamtwirkung entlang der Kaffeekette ein. 

6. Konsum
Nutzung, Zubereitung und bewusste Entscheidungen

Der Konsum bildet den Abschluss der Kaffeereise. Hier trifft das Produkt auf individuelle Gewohnheiten und Entscheidungen. 

Wirkung entsteht durch Zubereitungsmethode, Energiequelle und den Umgang mit Verpackungen und Rückständen. Ob Brühkaffee, Siebträger oder Vollautomat, jede Zubereitungsart bringt eigene Energiebedarfe mit sich. 

Unsere Klimastrategie schließt diese Phase bewusst ein. Transparenz schafft Orientierung und unterstützt informierte Entscheidungen. 

Bis 2026 möchten wir für jedes unserer Produkte eine eigene CO₂-Bilanz veröffentlichen. Diese wird nach Ursprung, Transport und Röstung aufgeschlüsselt und dient als Lernfeld für einen bewussten Umgang mit Kaffee im Alltag.

Genussmoment

Fazit
Klimastrategie als kontinuierlicher Weg 

Kaffee besitzt aus Sicht der Lebenszyklusanalyse einen vielschichtigen Fußabdruck. Unterschiedliche Phasen leisten unterschiedliche Beiträge zur Klimawirkung. Eine glaubwürdige Klimastrategie betrachtet diese Zusammenhänge, ordnet Wirkungen ein und entwickelt Lösungen Schritt für Schritt weiter. 

Für uns bedeutet das, Verantwortung dort zu übernehmen, wo Gestaltung möglich ist. Offen zu zeigen, wo wir stehen. Und gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern an einer zukunftsfähigen Kaffeekette zu arbeiten. Von der Plantage bis zur Tasse. 

FAQ – Klimastrategie in der Kaffeekette

Eine Klimastrategie bei Kaffee beschreibt, wie Umweltwirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette betrachtet und weiterentwickelt werden – vom Anbau über Transport und Röstung bis zum Konsum.

Kaffee durchläuft viele Stationen. Jede Phase trägt zur Gesamtwirkung bei, weshalb eine ganzheitliche Betrachtung entscheidend ist.

Die Klimawirkung entsteht im Anbau, beim Transport, in der Röstung, durch Verpackung sowie bei Zubereitung und Nutzung.

Die Lebenszyklusanalyse bewertet die Umweltwirkungen eines Kaffees über alle Phasen hinweg und schafft eine vergleichbare Grundlage für Entscheidungen.

Im Anbau werden Boden, Wasser, Energie und landwirtschaftliche Methoden eingesetzt, die die Umweltwirkung des Kaffees maßgeblich prägen.

Transport verbindet Ursprung und Rösterei. Verkehrsmittel, Distanzen und Energieträger beeinflussen die Klimawirkung entlang der Lieferkette.

Die Röstung benötigt Energie. Effiziente Technik und eigene Stromerzeugung können die Umweltwirkung deutlich beeinflussen.

Verpackung schützt das Aroma und benötigt Ressourcen. Materialwahl, Recyclingfähigkeit und Mehrwegsysteme wirken sich auf die Gesamtbilanz aus.

Zubereitung, Energiequelle und Umgang mit Verpackungen prägen die Umweltwirkung einer Tasse Kaffee im Alltag.

Transparenz zeigt, wo Wirkung entsteht, welche Maßnahmen umgesetzt sind und wie sich Nachhaltigkeit Schritt für Schritt entwickelt.

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