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10 Jahre Kaffeelust

Vom Handzettel zum Fachmagazin: ein Rückblick

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Ein Din A 4 Blatt, in der Mitte gefaltet, darauf Kaffeewissen light à la „Unterschied zwischen Americano und Espresso“, verteilt auf den Tischen der Murnauer Kaffeerösterei – das war die Kaffeelust, wie sie in ihren Kinderschuhen aussah. Zehn Jahre später ist aus diesem kleinen Handzettel ein 56 Seiten starkes Magazin geworden, vollgepackt mit Expertenwissen und Geschichten rund um das Thema Kaffee in einer Auflage, die es zum meistgelesenen Kaffee-Magazin in Deutschland macht.

Thomas Eckel, Herausgeber von Anfang an, erinnert sich noch gut: alles begann mit seinem Bruder Michael Eckel, langjähriger Leiter der Kaffee Academy. „Irgendwann hat er auf den Tischen diese kleinen Zettel verteilt. Das kam so gut an, dass wir ziemlich schnell 100 Stück pro Woche brauchten, damals noch selbst ausgedruckt.“

Bild Thomas und Michi - 10 Jahre Kaffeelust: vom Handzettel zum Fachmagazin
Kaffeeexperten Thomas und Michael Eckel

 

Das Gespräch mit Experten war die erste feste Rubrik

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Die Ausgabe 1 der Kaffeelust

 

 

Eines Tages stand dann Caroline Zieringer im Kaffeehaus. Die Doktorandin in politischer Theorie machte damals gerade ihr Abitur und schlug als Autorin der Schülerzeitung bei Thomas Eckel auf, um ihn um eine Werbung darin zu bitten. Ein Kaffee-Tutorial später war Caroline auch schon die Kaffeelust-Autorin der ersten Stunde, entwarf das Layout und setzte alles – zwölf Ausgaben lang.

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Caroline Zieringer, Autorin und Art-Designerin der Kaffeelust bis Ausgabe 13

Bereits Ausgabe 1 legte den Grundstein für die Art der Inhalte, die die Kaffeelust heute noch auszeichnet: Kaffeewissen verschiedenster Art und v.a. Info zu Herkunft und Lieferkette von Kaffee. Mit Ausgabe 8 manifestierte sich auch die erste feste Rubrik, die bis heute in keiner Ausgabe fehlt: das Gespräch mit international anerkannten Experten. Susie Spindler, Gründerin von Alliance for Cup of Excellence, Prof. Leopold Edelbauer vom Kaffeeinstitut Wien oder Paul Songer, die wohl meist gefeierte Größe der gesamten Kaffeewelt, waren dabei. „Dieses Paket kam an. Es gab damals ja nichts Vergleichbares für den Endkunden. Wir druckten pro Ausgabe 3.000 Stück. Die waren immer alle weg.“

Mit Ausgabe 13 kam der erste größere Umbruch, der die Kaffeelust zum Magazin hin entwickelte. Das Design lag jetzt in professioneller Hand. Das Studio Sinn + Farbe entwarf ein neues Layout mit der Zeichnung des Kaffeerösters auf dem Cover, das auch Designerin Sonja Obels-Keil übernahm.

Ausgabe 13 KL - 10 Jahre Kaffeelust: vom Handzettel zum Fachmagazin

Die Kaffeelust hatte jetzt ein Inhaltsverzeichnis und ein Impressum mit Auflagenzahl. Für die folgenden neun Ausgaben schwangen mehrere Autor*innen die Feder: Nicole Haury-Perovec, Valerie Rosigkeit, Lisa Mucha und Jens Baer. Sie alle hinterließen eine eigene Handschrift in ihrer Art, Kaffeethemen zu betrachten.

 

Ausgabe 17: „Der Magazin-Charakter war jetzt da“

Ausgabe 17 KL - 10 Jahre Kaffeelust: vom Handzettel zum Fachmagazin

Der zweite und größte Umbruch der Kaffeelust kam mit Ausgabe 17. Art-Designerin Claudia Becker stieß zu uns. Sie war es, die der Kaffeelust das Gesicht gab, das sie heute im Großen und Ganzen immer noch hat, und ein Corporate Design entwickelte: der unverkennbare Schriftzug, ein modernes ansprechendes Layout mit starker Bildsprache, professionelle Fotos, die meisten aus ihrer Linse, sowie sämtliche grafischen Elemente rund um unsere Kaffeeverpackungen, angelehnt an die vielen Zeichnungen, die die Murnauer Kaffeerösterei bis dahin ausmachten.

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Art-Designerin Claudia Becker

Dazu definierte Thomas Eckel die redaktionelle Identität der Kaffeelust klar mit festen Rubriken: neben dem Gespräch mit Experten kamen die Sparten „Was mich bewegt“ und „Eine gute Sache“ – beide berichten über Entwicklungen und besondere Projekte aus der Kaffeewelt – dazu „Reportagen“ (später wird sie „Kaffeewissen“ heißen) zu einem Kaffeewissen-Thema und „Coffee Drinks“ mit selbst entworfenen Rezepten unserer Baristas. Und während früher unter dem Schriftzug Kaffeelust auf der Titelseite „kostenlos zum Mitnehmen“ prangte, stand da nun „Kaffeelust – Das Kaffeemagazin“. „Jetzt war der Magazin-Charakter da“, sagt Claudia Becker, die seit kurzem unterstützt wird von Grafikerin Anna Schusser.

 

Die Kaffeelust wird Fachmagazin, der Charme bleibt trotzdem

Die Kaffeelust stand mittlerweile bei einer Auflage von 5.000 Exemplaren, die sich schrittweise erhöhte. In dieser erfolgreichen Phase kam Elisabeth Goebel dazu. Seit Ausgabe 22 ist sie feste Autorin der Kaffeelust. Thomas Eckel stieß mit der ausgebildeten Redakteurin im Laufe der Zeit weitere Veränderungen an, die das redaktionelle Profil schärften.

Die Ausgaben bekamen Mottos, die die einzelnen Rubriken inhaltlich umklammern, seit Ausgabe 31 gibt es zwei Beiträge in der Sparte „Kaffeewissen“ und die Kaffeewissen-Themen decken eine große Bandbreite an Fach- und v.a. Baristawissen ab. So heißt das Magazin nun „Kaffeelust – Das Baristamagazin“. Dieser neue Fokus auf Wissen richtet sich sowohl an jene mit Interesse an tiefergehendem Expertenwissen als auch an solche, die ihre Barista-Fertigkeiten für Zuhause mit Anleitung verbessern möchten. „Das macht die Kaffeelust zu einem Fachmagazin, von denen es nicht viele gibt“, sagt Thomas Eckel.

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Elisabeth Goebel, Redakteurin

Fachmagazin – und trotzdem noch persönlich charmant mit Gesichtern, die die Kaffeelust ausmachen: Thomas Eckel in jedem Editorial und als Kaffeeexperte, Michael Eckel, Leiter der Kaffee Academy, ebenfalls Experte, und die Baristas aus unserem Kaffeehaus, die ihre selbst kreierten Rezepte vorstellen, seit kurzem Lisa Mucha als Leiterin des Kaffeehauses.

Dazu authentische Fotos von Interviewpartnern und Menschen unserer Partner-Plantagen, die wir alle persönlich kennen. Diese Kombination kurbelte den Erfolg weiter an. „Sobald das neue Quartal in Sicht ist, werden wir von immer mehr Kunden gefragt, wann die neue Ausgabe denn erscheint“, sagt Thomas Eckel und freut sich über diese positive Rückmeldung. Die Kaffeelust liegt jeder Bestellung kostenlos bei, seit 2019 gibt es sie in einer eigenen Ausgabe für Bio-Märkte, und seit der Zusammenarbeit mit dem Münchner Merkur erreicht die Kaffeelust mit über 30.000 Ausgabe so viele Menschen wie noch nie.

Was als nächstes kommt? „Die Kaffeelust gibt es mittlerweile auch online zu lesen. Schon bald wird dieses online Angebot noch weiter ausgebaut“, sagt Thomas Eckel, „seien Sie gespannt!“