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Jahrelang hieß es, Kaffeekonsum sei potentiell als krebserregend einzustufen. Viele haben daran gezweifelt. Seit diesem Jahr ist es offiziell: Kaffee ist unbedenklich und weist kein Krebsrisiko auf. Zu diesem Ergebnis kam die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC), die der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angehört. Laut der neuesten Studie gibt es keine Verbindung zwischen Kaffeekonsum und Tumoren von Brust, Prostata und Bauchspeicheldrüse. Stattdessen senkt dem Bericht nach der Kaffeekonsum sogar das Risiko für Tumore in Leber und Gebärmutter.

Was wurde untersucht?
1991 stufte die IARC Kaffee als möglicherweise krebserregend ein. Damals wurde eine Verbindung des Heißgetränks mit Blasenkrebs hergestellt. Allerdings wurde damals nicht berücksichtigt, dass viele Kaffeetrinker auch rauchen. Durch Tabakkonsum steigt das Risiko für Blasenkrebs deutlich. Die neue Studie hat dies wiederlegt. „Nach derzeitiger epidemiologischer Datenlage spricht ganz klar nichts gegen einen hohen Kaffeekonsum“, erklärt Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam (DIfE).

Foto: Blake Richard Verdoorn
Foto: Blake Richard Verdoorn

Kaffee nicht zu heiß genießen
Einen kleinen Haken hat der Kaffeegenuss aber. Wird er zu heiß – das bedeutet laut der Studie über 65 Grad Celcius – getrunken, erhöht sich die Gefahr für Speiseröhrenkrebs. Laut IARC-Epidemiologe Dana Loomis würden Getränke aber nicht so heiß getrunken. Dies komme eher in Zentral- und Ostasien sowie Ostafrika vor. Auch die beiden unabhängigen Experten, Gunter Kuhnle von der britischen Universität Reading und Rudolf Kaaks vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg stimmen dieser Aussage zu.

Die European Food Safety Authority (EFSA), eine Agentur der Europäischen Union, hatte bereits im letzten Jahr herausgefunden, dass der Genuss von vier bis fünf Tassen Kaffee pro Tag für einen gesunden Menschen unbedenklich sind. Die Menge sollte maximal 400 mg Koffein nicht überschreiten. Davon ausgenommen sind allerdings Schwangere.

Auch Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes, äußerte sich positiv zu den Ergebnissen. „Kaffee ist seit Jahren das Lieblingsgetränk der Deutschen und verfügt – wie zahlreiche aktuelle Studien zeigen – über eine Vielzahl positiver Eigenschaften. Die aktuelle Beurteilung durch die WHO zeigt, dass alte gesundheitliche Vorurteile gegenüber Kaffee überholt sind.“

mkr_piano_brasilienAlternativen zu koffeinhaltigem Kaffee
Für Schwangere oder Kaffeegenießer, die sich trotzdem unsicher sind, wie viel Koffein sie zu sich nehmen, bietet die Murnauer Kaffeerösterei zwei Alternativen. Der entkoffeinierte Kaffee “Piano” stammt aus Brasilien und hat ein würzig-cremiges Nussaroma. Er ist mild-kräftig, das heißt, für alle Zubereitungsarten geeignet. Der ebenfalls entkoffeinierte Kaffee “Silencio” aus Peru hat eine cremige Textur. Außerdem ist er für alle Kaffeegourmets auch am Abend bestens geeignet.

Weiterführende Links:
Studie der IARC: www.iarc.fr
Deutsches Institut für Ernährungsforschung: www.dife.de
Studie der EFSA: www.efsa.europa.eu/sites/default/files/corporate_publications/files/efsaexplainscaffei ne150527de.pdf
Informationen zur gesundheitlichen Wirkung von Kaffee, unter anderem auch zu Diabetes und Alzheimer: www.coffeeandhealth.org
Deutscher Kaffeeverband e. V.: www.kaffeeverband.de

 

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