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Arabica vs. Robusta: dieses Match hat Arabica für sich entschieden. Robusta gilt als geschmacklich weniger komplex, und auch die schöne Espresso-Crema konnte nicht verhindern, dass Robusta zur wenig beachteten Stiefschwester von Arabica wurde. Das ändert sich jedoch. Die Welle der Spezialitätenkaffees hat vor einigen Jahren auch Robusta-Kaffees erfasst, es entstand die Nische des „Fine Robusta“. Hier erklären wir Ihnen, warum Robusta immer interessanter wird.

Die Tatsache, dass Arabica weit höher angesehen ist, kommt natürlich nicht von irgendwo her. Fakt ist, dass es Unterschiede gibt zwischen Arabica und Robusta. U.a. enthält Robusta mehr Koffein und Chlorogensäure, weshalb Arabica den Vorzug bekam. Ein großer Unterschied liegt jedoch auch in der geringen Zuwendung, der Robusta lange im Hintergrund darben ließ. Es ist nämlich ein Teufelskreis, in dem Robusta festsitzt: da Robusta einen schlechteren Ruf hat, gibt es – außer auf dem Massenmarkt – keine so große Nachfrage, sodass für die Hersteller kaum Anreiz entsteht, Arbeit in die Qualitätsverbesserung zu investieren. Zudem ist der Preis für Robusta deutlich niedriger als für Arabica. Deshalb lassen sich nur wenige Robusta-Hersteller auf höhere Produktionskosten für schlechter bezahlten Robusta ein.

Ein großer Unterschied liegt jedoch auch im geringen Aufwand, den man lange gewillt war in Robusta zu investieren. Es ist nämlich ein Teufelskreis, in dem Robusta festsitzt: da Robusta einen schlechten Ruf hat, gibt es keine große Nachfrage, sodass für die Hersteller kaum Anreiz entsteht, Arbeit in die Qualitätsverbesserung zu investieren. Zudem ist der Preis für Robusta deutlich niedriger als für Arabica. Deshalb lassen sich nur wenige Robusta-Hersteller auf höhere Produktionskosten für schlechter bezahlten Robusta ein. Das beginnt sich jedoch zu ändern…

Robusta-Kaffee hat noch einen langen Weg, um gleichwertig neben Arabica stehen zu können. Dennoch findet er immer mehr Beachtung. Allein die Tatsache, dass es mittlerweile das Zertifikat des R-Graders gibt, also eines Kaffeeprofis allein für Robusta-Kaffee (Pendant zu Arabica: Q-Grader), beweist diesen Wandel. Das ist jedoch nur möglich, weil sich immer mehr Produzenten Robusta zuwenden und an echter Qualität interessiert sind.

20131006 IMG 4232 2 - Warum in Robusta eine Menge Potenzial schlummert

In „Fine Robusta“ steckt eine Menge Potenzial

Der Entwicklungsvorsprung von Arabica gegenüber Robusta beträgt mindestens 20 Jahre. „Fine Robusta“ hat jedoch Potenzial für enorme Qualitätssprünge: der Aufbereitung kam bisher wenig Beachtung zu, mit jetzigen Kenntnissen ist jedoch sehr viel möglich.

Robusta ist im Anbau widerstandsfähiger und resistenter als Arabica. Temperaturschwankungen, intensive Sonne oder Insekten kann Robusta-Pflanzen besser bewältigen als Arabica-Pflanzen. Deshalb wird Robusta gerade wegen des Klimawandels bedeutender für den Kaffeehandel.

Die genetische Struktur von Robusta ist noch kaum erforscht, sodass auch hier noch eine Menge Potenzial vorhanden ist, um mit neuen Erkenntnissen die Qualität von Robusta anzuheben.

 

Röster 1 - Warum in Robusta eine Menge Potenzial schlummert

Der Geschmack

Auch wenn Robusta auf dem Vormarsch ist, sollte man Robusta mit einer anderen Erwartung begegnen. Seine Aromatik ist begrenzter verglichen mit Arabica. Ein guter Röster versteht es jedoch, einige Aromen heraus zu kitzeln. Mit Spannung wird die Kaffeewelt darauf warten, wie sich der typische volle und cremige Körper von Robusta weiterentwickeln wird.